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Museo de América, Madrid

Codex Tro-Cortesianus
(Codex Madrid)
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15. Jahrhundert



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[M]esoamerikanische Handschriften fielen in der Zeit der Konquista und den folgenden Jahrzehnten in einem derart umfassenden Ausmaße der Vernichtung anheim, daß sich heute nur noch wenige Bibliotheken und Sammlungen des Besitzes solcher vorkolumbischer Originale erfreuen können. So erhielten sich von den Maya insgesamt nur drei Codices, in denen ein Ausschnitt aus dem sicher einst umfangreichen kultisch-religiösen Schrifttum erhalten ist.

Die Tatsache, daß eine der drei Handschriften noch dazu nur als Fragment überdauert hatte, macht die beiden anderen umso kostbarer. Alle drei Manuskripte befinden sich in Europa und werden nach den Orten ihrer Aufbewahrung die Dresdener, die Pariser und die Madrider Maya-Handschrift bezeichnet.

Die Madrider Handschrift, die der Spätzeit der Maya-Kultur zugeschrieben wird, erlaubt Einblicke in das religiöse Leben der Maya-Indianer und stellt in kulturhistorischer Sicht eine Quelle besonderer Art dar. Die Götter erscheinen in diesem rituellen Zauberbuch in derb-grotesker Zeichnung dargestellt. Dieses Buch wird einem Priester die Grundlage für seine astrologischen Weissagungen geboten haben. Als agrarischer Almanach konnten nach ihm die besten Saat- und Erntedaten fixiert und der Zeitpunkt für gewisse Opferrituale gefunden werden, wozu man besondere Gruppierungen im Rahmen des heiligen 260tägigen Jahres (Tzolkin) vorzunehmen hatte.

Ein wissenshaftlicher Kommentar, der von F. Sauer und
J. Stummvoll verfaßt wurde und eine Einleitung von
F. Anders enthält, begleitet die Faksimile-Ausgabe des Codex Tro-Cortesianus und gibt eine Einführung in diese wertvolle Handschrift.

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