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Niedersächsische Landesbibliothek
Hannover, Ms. I 189

Kilians- und Margaretenvita
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10. Jahrhundert



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[D]iese Handschrift stellt ein einzigartiges Zeugnis der frühmittelalterlichen Buchkunst dar. Hier begegnen wir zum ersten Mal dem Typus des „libellus“, eines „kleinen Buches“, das dem Leben eines Heiligen gewidmet ist. Es sind hier jedoch – was äußerst selten vorkommt – zwei Heilige, deren Leben und Sterben in der Handschrift erzählt und durch zahlreiche Miniaturen illustriert wird. Der hl. Kilian, ein irischer Bischof, hatte das Frankenreich missioniert. Um 680 wirkte er in Würzburg, wo er die Herrschenden mit der Sittenlehre und dem Kirchenrecht konfrontierte und damit sein Martyrium besiegelte.

Auch die hl. Margarete starb den Märtyrertod. Sie gehört zu den im Morgen- wie im Abendland am meisten verehrten Heiligen. Der Legende nach stammte sie aus Antiochia und lebte zur Zeit der größten Christenverfolgung, unter dem römischen Kaiser Diokletian (Anfang des 4. Jahrhunderts). Nach ihrer Weigerung, ihrem Glauben abzuschwören, wurde sie gefoltert und schließlich enthauptet.

21 Miniaturen höchster Qualität

Die wichtigsten Stationen des Lebens der beiden Heiligen werden in prachtvollen goldenen Miniaturen geschildert. Jedoch auch die reichen Initialen und Flechtbänder begeistern den Betrachter – die Gesamtausstattung ist so qualitätvoll und aufwendig, daß der Codex im Auftrag des ottonischen Königshofes angefertigt worden sein muß – vermutlich in Fulda.

So ist die um 975 entstandene „Passio Kiliani et Margaretae“ eines der eindrucksvollsten Zeugnisse der großartigen ottonischen Buchkunst.

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