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Rosenkranz der Weltgeschichte

17. Jahrhundert



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[D]ie Bildnisse von sechs osmanischen Sultanen befinden sich auf den letzten beiden Seiten dieses Subhat al-ahbar (Rosenkranz der Weltgeschichte) genannten Stammbaumes des Hauses Osman, verfaßt von Darwıs Mahmud ibn Saih Rama dan, der zur Zeit Sulaimans des Prächtigen, also im 16. Jh., gelebt hat. Dieser Stammbaum hier ist dann bis in die Zeit, in der die Handschrift geschaffen wurde, verlängert worden.

Häufig findet man solche Werke auf lange Papierrollen geschrieben, wodurch der Stammbaumcharakter noch deutlicher hervortritt. Doch auch in der Buchform wird das geometrische Schema beibehalten, und die verbindenden roten Linien werden bis an den Rand gezogen, so daß sie von Seite zu Seite eine Art Fortsetzung bilden.

Für den Historiker bieten diese Stammbäume heutzutage kaum neue Erkenntisse, sie sind aber von kulturhistorischem Wert.

In der Handschrift beginnt die Genealogie mit Adam und Eva, ihren Kindern und den Propheten des Alten Testaments, daneben laufen Bildnisse der altiranischen sagenhaften Herrscher in der Reihenfolge, wie sie aus dem Sahnama bekannt ist, daran schließen sich Alexander der Große, Johannes der Täufer, Christus, dann Muhammad mit den auf ihn folgenden Kalifen und anderen religiös-politischen Persönlichkeiten. Die Reihe wird fortgesetzt durch die bedeutendsten Herrscher und Kalifen der mittelalterlichen islamischen Geschichte, gleichzeitig werden aber auch türkische Stammesväter, also legendäre Türkenprinzen, eingefügt, die dann zu den historisch belegbaren Herrschern der frühen Dynastien in Persien überleiten, die bis zu den Mongolen, Ilhanen, Gala´iriden und Timuriden weitergeführt werden.

Mit Sulaiman, Ertogrul, Utman Gazi und Orhan setzt nun die eigentliche osmanische Dynastie ein, die in vollständiger Reihenfolge der regierenden Herrscher abgebildet ist. Die Sultane selbst werden als Porträts gegeben, ihre Familienangehörigen in goldenen Kreisscheiben namentlich angeführt. Eine kurze Lebensbeschreibung der Sultane ist in Nashı-Schrift den Bildmedaillons angeschlossen.

Vom künstlerischen Standpunkt her gesehen zeichnen sich die Miniaturen durch eine besonders qualitätvolle Ausführung, feine Farbenwahl und zarte Modellierung aus. Der europäische Einfluß, der etwa auch in der leicht perspektivischen Throndarstellung merkbar wird, ist so stark in die orientalische ornamentale Auffassung eingeschmolzen, daß sich eine reife und selbstbewußte Malerpersönlichkeit dahinter erkennen läßt.

Ausstellungskatalog „Kultur des Islam“
Wien, Österr. Nationalbibliothek 1980

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