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![[Picture]](rotulus.jpg)
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Ein karolingisches MeisterwerkDie Handschrift stammt aus dem 3. Viertel des 9. Jh.s und ist ein Produkt des Lorscher Skriptoriums. Auf diese Provenienz verweist nicht nur der Stil des äußerst dekorativen farbigen Flechtwerkornaments, das die Pergamentrolle in ihrer gesamten Länge seitlich einfaßt, sondern auch die Hervorhebung des Lorscher Lokalheiligen Nazarius innerhalb der Litanei. Diese dreispaltig geschriebene Heiligenreihe mit Gold- und Silberbuchstaben als betonenden Elementen füllt die Vorderseite des Rotulus. Die vier Texte auf seiner Rückseite (eine Votivmesse, Meßorationen, ein Schatz- und Bücherverzeichnis des Salvatorstifts und ein Officium stellae) sind Nachträge aus der Mitte des 11. Jahrhunderts. Die besondere Bedeutung der Handschrift für die Stadt Frankfurt, die 1994 ihre Ersterwähnung vor 1200 Jahren feierte, ergibt sich aus der Nennung Ludwigs des Deutschen, Enkel Kaiser Karls des Großen, und seiner Familie in der Litanei. Ludwig war der Gründer des Salvator-Stiftes, und es ist durchaus denkbar, daß der Rotulus bereits zur Grundausstattung dieses „Hausstiftes“ der karolingischen Königspfalz in Frankfurt gehörte, vermutlich geschaffen im Auftrag von König Ludwig dem Deutschen. |
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