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ahrhunderts
in Zentralmexiko während der frühen Kolonialzeit auf europäischem
geripptem Papier hergestellt wurde. In diesem Buch vereinen sich drei
Dokumente, die als Indianisches Buch, Gemaltes Europäisches Buch und
Geschriebenes Europäisches Buch bezeichnet werden. Das erste beinhaltet
die Blätter 11 bis 125 und wurde um 1540 von indianischen Schreibern im
prähispanischen Stil gemalt und beinhaltet ikonographische Informationen
und heroglyphische Schriftzeichen über die Mexika- oder Azteken-Religion:
Arten von Kalendern, Rituale über Krankheit oder den Tod, Götter der
Betrunkenen etc. Das Gemalte Europäische Buch wurde dem Tudela-Kodexab 1554 durch die Eingliederung eines
Heftchens am Anfang des Dokuments hinzugefügt (Blätter 1 bis 10-von denen
nur 4 erhalten sind), wo ein Künstler im Renaissance-Stil verschiedene
Gruppen von Indianern in Mann-Frau-Paarungen darstellte. Das Geschriebene
Europäische Buch wurde zwischen 1553 und 1554 verfasst und beinhaltet die
Erklärungen eines anonymen westlichen Kommentaristen über den Inhalt der
Malereien. Der Tudela- Kodex gewinnt so gro¤e Bedeutung, da er eine Quelle
aus erster Hand über Kenntnisse der Mexika-Religion darstellt. Sein Wert
wird darüberhinaus noch dadurch gesteigert, dass er durch die Kopie des
Indianischen Buches zu einem weiteren Kompendium von neun Dokumenten
(gegenseitige Reproduktionen) führte, das als Magliabechia‑Gruppe
bezeichnet wird. Im Bleitband zur Faksimile-Ausgabe beschreiben wir den
Tudela- Kodex als materielles Objekt, studieren den ethnographischen und
religiösen Inhalt und zeigen seine Beziehung zur Magliabechia-Gruppe, um
die Veränderungen zu überprüfen, die durch die Kopie der Malereien von
einem Kodex zum anderen entstehen, ausgehend immer von den Malereien, die
ursprünglich im Tudela- Kodex enthalten waren
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